Grauer Star (Katarakt)

Unter einem „Grauen Star“ versteht man eine Eintrübung der natürlichen Linse. In der Fachsprache wird dieses Krankheitsbild als „Katarakt“ bezeichnet. Die häufigste Ursache ist eine altersbedingte Linsentrübung. Allgemeinerkrankungen wie eine Zuckerkrankheit (Diabetes) können die Entstehung begünstigen.

Patienten, bei denen ein Grauer Star vorliegt, beschreiben häufig folgende Symptome:

  • Verschwommenens, undeutliches Sehen
  • Probleme bei Dämmerung und schlechten Lichtverhältnissen
  • Veränderte Farbwahrnehmung
  • Häufige Veränderung der Brillenstärke
  • Zunehmende Blendempfindlichkeit bei hellem Sonnenschein
  • Vermehrte Blendempfindlichkeit beim Autofahren durch die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge

Die Behandlung eines Grauen Stars ist nur durch eine Operation möglich. Mit über 700.000 Eingriffen pro Jahr in Deutschland und mehr als 20 Millionen weltweit ist die Operation des Grauen Stars der häufigste Eingriff in den westlichen Ländern. Von den erfahrenen Spezialisten der Augenklinik Regensburg wird dieser Eingriff über 2000 Mal pro Jahr vorgenommen.

Eine Betäubungsspritze ist in den meisten Fällen nicht nötig, die Operation kann in Tropf- oder Gelanästhesie in der Regel ambulant oder bei Bedarf auch stationär durchgeführt werden. Die Augenklinik Regensburg ist seit langem eines der führenden Zentren der Region auf dem Gebiet der Kataraktchirurgie. Die Patienten werden von erfahrenen Operateuren nach den modernsten Methoden operiert. Durch eine ständige Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Operationstechnik wird ein hoher Standard bei der Durchführung der Operation gewährleistet.

Verschiedene Techniken stehen für die Behandlung des Grauen Stars zur Verfügung. Das Standardverfahren (Phakoemulsifikation) kommt hierbei seit ca. 30 Jahren zur Anwendung. Bei dieser Operation werden die notwendigen Schnitte mit Hilfe eines Skalpells per Hand gelegt, die Linsenkapsel mit einer Pinzette manuell eröffnet und das Linsenmaterial mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt.

Bei der Femtosekundenlasergestützten Behandlungsmethode werden die wesentlichen Schritte der Operation  mit dem Femtosekundenlaser durchgeführt. Seit Januar 2016 wird dieses Verfahren von der Augenklinik Regenburg als erstem Zentrum in der Oberpfalz und in Niederbayern in der klinischen Routine eingesetzt. Wegen der hohen Kosten dieser Technologie wird das Laserverfahren bisher nur in wenigen Zentren angewendet. Unter ständiger Kontrolle mittels optischer Cohärenztomographie (OCT) wird am geschlossenen Auge mit dem Laser die Linsenkapsel präpariert und das Linsematerial mit dem Laser zerkleinert. Ein Vorteil ist hier, dass weniger und unter Umständen gar keine Ultraschallenergie zum Einsatz kommt. Dies ist schonender für die angrenzenden Augenstrukturen, insbesondere für die Hornhaut und begünstigt eine schnelle Erholung des Sehvermögens nach der Operation. Außerdem gilt das Femtosekundenlasergestütze Verfahren als präziser und sicherer und erlaubt eine optimale Zentrierung der eingesetzten Kunstlinse.

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Premium Intraokularlinsen

Standard Intraokularlinsen werden im Rahmen der Operation des Grauen Stars an Stelle der eigenen getrübten Linse in das Auge eingesetzt. Teilweise ist dadurch auch eine Korrektur einer bestehenden Kurz- oder Weitsichtigkeit möglich. Nicht korrigiert wird mit einer Standardlinse eine Hornhautverkrümmung oder eine Altersweitsichtigkeit. Eine weitgehende Brillenfreiheit kann deshalb mit einer Standardlinse nicht erreicht werden.

Premium Intraokularlinsen bieten im Gegensatz zu Standardlinsen weitere optische Zusatzfunktionen. Sie können die Abbildungsqualität und das Nachtsehen verbessern (asphärische Intraokularlinsen), eine Hornhautverkrümmung reduzieren (torische Intraokularlinsen) oder deutliches Sehen in verschiedenen Entfernungen ohne Sehhilfe ermöglichen (EDOF oder multifokale Intraokularlinsen). Außerdem gibt es Blaulichtfilterlinsen, welche die Netzhaut schützen sollen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass auch eine moderne Premiumlinse die Eigenschaften und Fähigkeiten einer jugendlichen, körpereigenen Linse nicht perfekt ersetzen kann.

Die Grundlage für die Auswahl der Intraokularlinse ist neben einer gründlichen Untersuchung des Auges ein ausführliches Gespräch über die speziellen Wünsche und Erwartungen des Patienten.

Die Vorteile, welche Premium Intraokularlinsen bieten, liegen außerhalb des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenkassen. Diese übernehmen die Grundkosten bei einer Grauen Star Operation, jedoch nicht die komfortmedizinischen Maßnahmen, wie Premiuminsen oder die Operation mit dem Femtosekundenlaser.


Folgende Linsentypen stehen in der Behandlung des Grauen Stars zur Verfügung:

  • Monofokale Linsen

Monofokale Linsen ermöglichen es in einer zuvor bestimmten Entfernung, beispielsweise in der Ferne, scharf zu sehen. Für das Lesen und den Zwischenbereich brauchen Sie dann eine Lesebrille. Alternativ ist es möglich Monofokale Linsen einzusetzen, die ein Lesen ohne Brille ermöglichen. Dafür muss dann für die Ferne (Autofahren, Fernsehen) eine Brille getragen werden.

  • Asphärische Intraokularlinsen

Asphärische Intraokularlinsen korrigieren einen Abbildungsfehler höherer Ordnung, die sogenannte "sphärische Aberration". Diese kann bei Patienten nach einer Kataraktoperation leichte Irritationen im Kontrast- oder Nachtsehen hervorrufen. Asphärische Premiumlinsen korrigieren diesen Fehler und ermöglichen ein deutlicheres Sehen, insbesondere in der Dämmerung.

  • Torische Intraokularlinsen

Torische Intraokularlinsen können eingesetzt werden, wenn neben dem Grauen Star eine Hornhautverkrümmung vorliegt: Diese Linsen werden teilweise individuell für den einzelnen Patienten hergestellt und machen in vielen Fällen einen Augleich der Hornhautverkrümmung durch eine Brille nach der Operation überflüssig.

  • Blaulichtfilterlinsen

Sogenannte gelbe Blaufilterlinsen reduzieren, ähnlich wie die natürliche Augenlinse im fortgeschrittenen Alter, den Einfall von hochenergetischem blauen Licht in das Auge. Dieses blaue Licht steht im Verdacht Schäden an den empfindlichen Lichtrezeptoren der Netzhaut zu verursachen. Der Nutzen dieser Linsen konnte in Studien noch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

  • Multifokale Linsen

Multifokale Linsen vereinen ähnlich wie eine Gleitsichtbrille unterschiedliche Korrektursärken. Mit ihnen können Weit- bzw. Kurzsichtigkeit zusammen mit der Altersweitsichtigkeit behoben werden. Für diese multifokalen Premiumlinsen gelten sehr strenge anatomische Voraussetzungen, weshalb nicht alle Patienten dafür geeignet sind. Da ein Teil des einfallendes Lichts durch Streueffekte verloren geht, kann der Seheindruck mit diesen Linsen in der Dämmerung durch Lichthöfe um Lichtquellen eingeschränkt sein.

  • Linsen mit verbesserter Tiefenschärfe (EDOF, etc.)

Neue Sonderformen der multifokalen Linse sind die Implantate, welche neben einem guten Sehen in der Ferne auch den mittleren Abstandsbereich (Computerarbeit) scharf abbilden. Der Seheindruck in der Nähe ist allerdings etwas schlechter als bei Multifokallinsen, so dass für die Nähe unter Umständen noch eine leichte Lesebrille verwendet werden muss. Die optischen Nebenwirkungen beim Dämmerungssehen sind allerdings geringer als bei klassischen Multifokallinsen.